Seit nunmehr fast 40 Jahren veranstaltet der Ehrenvorsitzende des SV Seulberg, Herbert Wenzel, die Traditionsfahrt für Vereinsmitglieder, die das 50. Lebensjahr überschritten haben. Für die diesjährige Fahrt hatte Herbert Wenzel als Ziel die Städte Braunfels, Herborn und Dillenburg ausgewählt.
Mit etwas Verspätung startete der Bus mit 40 gut gelaunten Teilnehmern am Seulberger Feuerwehrhaus (Am Placken). Erster Stopp war Braunfels. Dort konnte das Schloss besichtigt werden. Danach führte die Fahrt von Braunfels über Leun und Ehringshausen weiter nach Herborn. Dort erwartete eine Stadtführerin die Gruppe am Rathaus.
Die Führerin berichtete u.a., dass die "Herborner Mark" im Jahr 1048 zum ersten Male urkundlich erwähnt wurde und, dass sie bereits vor dem Jahr 914 bestanden haben soll. Weiter führte sie aus, dass im frühen 18. Jahrhundert die alten Gewerbe, zu denen neben der Wolltuchmacherei die Rot- und Weißgerberei, die Schuhmacherei und das Bäcker- und Brauerhandwerk gehörten, durch das Aufkommen der Strumpfwirkerei (Wollstrümpfe auf Maschinen gestrickt) und der Tonpfeifenbrennerei als neue Exportgewerbe wesentlich erweitert wurden. Wichtig war auch für längere Zeit die Papierfabrikation in drei um Herborn liegenden Papiermühlen. Ein Groß- und Einzelhandel namentlich in Kolonialwaren (vor allem Kaffee und Tabak) blühte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf.
Herborn hatte außerdem für das Schulwesen im 19. Jahrhundert eine große Bedeutung. Höhepunkt dieser Entwicklung war die Gründung der Hohen Schule. Diese universitätsähnliche Anstalt war in der damaligen deutschen Universitätslandschaft etwas Neues, da sie eine Kombination von Zubringerschule (Pädagogium) und Hochschule war. Zu den wichtigsten Pioniertaten vor dem eigentlichen Beginn der an Denkmalpflege orientierten Stadterneuerung gehört die Rettung des Kollegbaues der Hohen Schule - des "Schulhofes"' - 1969/70. Kultur- und Schulwesen der Stadt haben durch die Gründung eines Gymnasiums, das im Andenken an den Gründer der Hohen Schule den Namen "Johanneum" führt, seit 1956 wesentliche Impulse empfangen.
Nach gut einer Stunde interessanter Stadtführung wurde die Fahrt zur Gasthausbrauerei Gutshof fortgesetzt. Dort wurde das Mittagessen eingenommen. Nach dem Essen dankte der Organisator Herbert Wenzel seinem Co-Organisator Dieter Nikolai für die Unterstützung bei der Planung des 39. SV-Ausfluges. Wenzel überreichte traditionsgemäß auch dem ältesten Teilnehmer wieder ein Geschenk. Diesmal war dies der frühere Stadtverordnete und langjährige Ältestenrat des SV Seulberg Alfred Namyslo. Nach einem Abstecher nach Dillenburg ging die Fahrt zurück nach Seulberg, zum gemütlichen Ausklang in das Restaurant „Stadt Berlin“.
In seinem Schlusswort versprach der Ehrenvorsitzende den Teilnehmern, dass er trotz seiner gesundheitlichen Einschränkungen auch die 40. Fahrt wieder organisieren werde.